3 Minuten Lesezeit 8 Dezember 2023
 Luftaufnahme einer Brücke mit Tunnel in den Bergen Spaniens.

Gleichstellung – ist jetzt die Zeit, um schneller noch weiter zu gehen?

Von Julie Teigland

EY EMEIA Area Managing Partner I EY Global Leader – Women. Fast forward

Sieht die transformative Kraft von Digitalisierung und Innovation als Chance, nachhaltiges integratives Wachstum sicherzustellen. Leidenschaftliche Fürsprecherin in Fragen der Gleichstellung.

3 Minuten Lesezeit 8 Dezember 2023

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein Teil der Lösung für viele der komplexesten Probleme unserer Welt.

Überblick
  • Die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffenen Berufe und Branchen werden überwiegend von Frauen ausgeübt.
  • Das geschlechtsspezifische Lohngefälle hat sich global verschärft, die Rentenlücke vergrößert und die Zahl der Frauen und Mädchen in extremer Armut erhöht.
  • Bei EY konzentrieren wir uns auf die Idee der Zugehörigkeit – das heißt, wir schätzen die Unterschiede der anderen. 

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein Teil der Lösung für viele der komplexesten Probleme der Welt. Nicht zuletzt deshalb feiern die EY-Teams jedes Jahr den Internationalen Frauentag, um den unglaublichen Beitrag der Frauen für unsere Welt zu würdigen. Doch unser Engagement geht weit darüber hinaus. Unser Ziel, eine bessere Arbeitswelt zu schaffen, ist gleichermaßen unsere Motivation und unser Grundverständnis.

Frauen auf allen Ebenen der Gesellschaft, der Wirtschaft und der öffentlichen Politik in die Entscheidungsfindung einzubeziehen ist eines unserer Ziele. Und trotz eines Jahres, in dem die Bemühungen um die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter angesichts der enormen Auswirkungen der geopolitischen Situation, des sich intensivierenden Fachkräftemangels und der wirtschaftlichen Rezession anscheinend zurückgestellt wurden, nehmen wir dies zum Anlass, um besonders jetzt für genau diese Werte einzustehen.

Fakt ist jedoch: Überall auf der Welt sind mehr Frauen als Männer arbeitslos. Die am stärksten vom Fachkräftemangel betroffenen Berufe und Branchen werden überwiegend von Frauen ausgeübt. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle hat sich global verschärft, die Rentenlücke vergrößert und die Zahl der Frauen und Mädchen in extremer Armut erhöht. Die Vereinten Nationen sagen voraus, dass es mindestens zehn Jahre dauern wird, um allein die wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Frauen umzukehren, und mancherorts sind die Bemühungen bei der Lohngleichheit auf ein Niveau zurückgegangen, das seit der Finanzkrise von 2008 nicht mehr erreicht wurde.

Auch alle anderen von den Vereinten Nationen anvisierten Sustainable Development Goals, die Gender Equity zum Ziel haben (Gesundheit, Bildung, Armutsbekämpfung etc.) zeigen: Wir sind noch nicht da, wo wir sein sollten. Der Fortschritt ist sichtbar, geht jedoch nur langsam voran. Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen am Exportstandort Deutschland tun ihr Übriges.

Frauen auf allen Ebenen der Gesellschaft, der Wirtschaft und der öffentlichen Politik in die Entscheidungsfindung einzubeziehen ist eines unserer Ziele.

Die Imbalance ist nach wie vor groß

Gerade in Deutschland bleiben Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und andere Infrastrukturprogramme oder Dienstleistungen weiterhin ein Spannungsfeld im öffentlichen Diskurs.

 Zwar sind die genannten Bereiche von entscheidender Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit beider Geschlechter, für Frauen bleiben sie jedoch besonders wichtig. Einigen Schätzungen zufolge leisten Frauen drei- bis viermal so viele Stunden unbezahlter Arbeit wie ihre männlichen Kollegen, was den Druck auf berufstätige Frauen erhöht und zugleich Sinnbild für die bestehenden Ungleichheiten am deutschen Arbeitsmarkt ist. Ohne soziale Angebote können alleinerziehende Mütter, Frauen, die in Teilzeit arbeiten oder keine festen Arbeitszeiten haben, nicht weiterarbeiten.

Diejenigen, die über die finanziellen Mittel verfügen, um die Kosten für die Betreuung zu decken, oder die Möglichkeit haben, an einem anderen Ort zu arbeiten, sehen sich immer noch mit einem erhöhten Zeitaufwand konfrontiert – von der Kindeserziehung über die Pflege von Angehörigen bis hin zur Beschaffung von Lebensmitteln Hierauf möchten wir immer wieder aufmerksam machen und zur Veränderung beitragen.

Bei EY konzentrieren wir uns auf die Idee der Zugehörigkeit – das heißt, wir schätzen die Unterschiede der anderen und arbeiten daran, ein Umfeld zu schaffen, das es jedem Teammitglied ermöglicht, das eigene, authentische Selbst am Arbeitsplatz einzubringen.

Zugehörigkeit zählt

Bei EY konzentrieren wir uns auf die Idee der Zugehörigkeit – das heißt, wir schätzen die Unterschiede der anderen und arbeiten daran, ein Umfeld zu schaffen, das es jedem Teammitglied ermöglicht, das eigene, authentische Selbst am Arbeitsplatz einzubringen. #SheBelongs ist für mich dabei mehr als nur ein Hashtag, denn er spricht die Kernwerte unseres Unternehmens an. Ich kenne den Stress, den man als berufstätige Mutter hat. Ich kenne den Druck, der entsteht, wenn man sich um Familienmitglieder kümmert und versucht, ein gesundes und sicheres Umfeld zu schaffen. Ich weiß, wie viele Kollegen und Kolleginnen – Männer und Frauen – in diesen herausfordernden Zeiten zu kämpfen haben.

Ich bin davon überzeugt, dass jede Krise eine Chance birgt. Sorgen wir dafür, dass dies mit der Möglichkeit für Frauen einhergeht, ihre persönlichen Ziele und beruflichen Bestrebungen zu verwirklichen – jeden Tag. Lassen Sie uns gemeinsam sicherstellen, dass unser innerer Kompass auf Gleichstellung ausgerichtet ist und wir zusammen auf der komplexen Reise zum Zielzustand navigieren, um in unseren Häusern, unseren Rollen und unserem jeweiligen Leben gerechter zu werden. Sorgen wir dafür, dass #SheBelongs.

Fazit

EY begeht jährlich den Internationalen Frauentag, um die substanziellen Beiträge von Frauen auf globaler Ebene zu feiern. Der Konzern verbindet diese Wertschätzung mit dem Anspruch, auch außerhalb dieses besonderen Tages, eine bessere Arbeitswelt zu fördern. Insbesondere mit Blick auf die zahlreichen Herausforderungen, wie Arbeitslosigkeit, Lohnungleichheit und zunehmende Altersarmut unter Frauen, besteht hier hoher Handlungsbedarf. In Deutschland kommt hinzu, dass die Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen und anderen sozialen Dienstleistungen gerade für berufstätige Frauen nach wie vor unzureichend ist. Zum Abschluss betont EY die Bedeutung der UN-Nachhaltigkeitsziele und verdeutlicht das Bestreben, durch konsequentes Einbeziehen von Frauen in Entscheidungsgremien, diese Ziele zu erreichen und Gleichstellung in der Gesellschaft nachhaltig zu fördern.

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Von Julie Teigland

EY EMEIA Area Managing Partner I EY Global Leader – Women. Fast forward

Sieht die transformative Kraft von Digitalisierung und Innovation als Chance, nachhaltiges integratives Wachstum sicherzustellen. Leidenschaftliche Fürsprecherin in Fragen der Gleichstellung.

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