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Wie lässt sich ESG wirksam im internen Kontrollsystem (IKS) verankern?

Unternehmen hadern mit der Integration von Nachhaltigkeit in ihre Kontroll- und Steuerungsprozesse.


Überblick
  • ESG ist zunehmend in Unternehmensstrategien verankert, die Umsetzung im nichtfinanziellen IKS hinkt jedoch hinter.
  • Schlechte Datenqualität und mangelnde Ressourcen verschärfen das Problem.

Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Steuerungsfaktor moderner Unternehmensführung geworden. Doch wie gut gelingt es Unternehmen, Nachhaltigkeitskriterien strukturiert in ihr internes Kontrollsystem (IKS) zu integrieren? Die neue Studie von EY Financial Accounting Advisory Services (FAAS) liefert dazu ein klares Bild: Strategisch ist die Bedeutung der ESG-Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung im täglichen Geschäft angekommen, operativ bleibt jedoch viel zu tun.

Warum interne Kontrollen für die nichtfinanzielle Berichterstattung entscheidend sind
 

Die Umfrage unter 58 Unternehmen aus mehr als 14 Branchen zeigt, dass die deutsche Wirtschaft ernsthaft bemüht ist, ökologische und soziale Aspekte wie Klimaschutz, schonenden Umgang mit Ressourcen sowie transparente Unternehmensführung in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Dies finanziell abzubilden, gelingt den meisten Unternehmen recht gut. Im nichtfinanziellen IKS und im Revisionsprozess hinkt die Umsetzung jedoch noch hinterher. Die größte Hürde ist die Qualität der Daten. „Die Integration von ESG-Kriterien in bestehende interne Kontrollsysteme ist für Unternehmen eine Herausforderung, die durch schlechte Datenqualität und Ressourcenmangel verstärkt wird“, sagt Dr. Simon Rosa, Partner bei den Financial Accounting Advisory Services von EY.

Die Integration von ESG-Kriterien in bestehende interne Kontrollsysteme ist für Unternehmen eine Herausforderung, die durch schlechte Datenqualität und Ressourcenmangel verstärkt wird.

Zudem zeigen die Studienergebnisse, dass Verantwortlichkeiten für ESG zwar zunehmend definiert werden, die Integration in Prüf- und Governance-Prozesse jedoch noch nicht flächendeckend erfolgt. „Die Etablierung klarer Zuständigkeiten für die ESG-Berichterstattung ist ein positiver Schritt; dennoch müssen Unternehmen sicherstellen, dass diese Verantwortlichkeiten auch in die Prüfprozesse integriert werden, um die Effektivität des IKS zu steigern“, betont Rosa.

Um den Weg von der Strategie zur wirksamen Umsetzung zu ebnen, darf ESG nicht isoliert betrachtet werden. Es braucht einen strukturierten, ganzheitlichen Ansatz, der auch die Verbesserung der Datenqualität, den Aufbau von Kompetenzen und klare Verantwortlichkeiten umfasst.

Studie „ESG im internen Kontrollsystem – Zwischen Anspruch und Umsetzung: Erkenntnisse aus der Unternehmenspraxis“

Die Befragung liefert einen praxisnahen Einblick, wie Unternehmen den ESG-Transformationsprozess organisatorisch und systemseitig gestalten, und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Diese beeindruckende Luftaufnahme zeigt einen kreisförmigen Platz, der von leuchtenden Pfeilen umgeben ist.

ESG im internen Kontrollsystem: Regulatorik als Chance begreifen

 

Unternehmen, die Nachhaltigkeit nicht nur als regulatorische Pflicht begreifen, sondern als integralen Bestandteil eines wirksamen internen Kontrollsystems, schaffen die Basis für Transparenz, Vertrauen, Zukunftsfähigkeit und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Die Studie liefert damit nicht nur ein Lagebild, sondern auch klare Impulse für Unternehmen, die ihre ESG-Steuerung professionalisieren wollen – von der Etablierung konsistenter Datenprozesse bis hin zur Stärkung des ESG-Know-hows in Finance, Controlling und Interner Revision.

Fazit

Die aktuelle EY-Studie zeigt, dass Nachhaltigkeit für viele Unternehmen in Deutschland zu einem zentralen Element ihrer Unternehmensführung geworden ist. Während ökologische und soziale Anforderungen zunehmend in strategische Entscheidungen einfließen, bestehen bei der praktischen Umsetzung weiterhin deutliche Lücken. Besonders das nichtfinanzielle IKS sowie die interne Revision sind oft noch unzureichend auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Ein Großteil der Unternehmen kämpft mit unvollständigen oder uneinheitlichen Daten, was die Verlässlichkeit der Berichterstattung einschränkt und weitere Fortschritte erschwert. Hinzu kommen fehlende Ressourcen und begrenzte Fachkenntnisse.

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